Ich wünsch viel Spass bei eurer virtuellen Reise durch das Bodenseehinterland mit seinen sanften Hügeln, blühenden Streuobstwiesen, idyllisch gelegenen Weihern und der einzigartigen Natur ... Diese sanften Hügel werden auch Drumlins genannt. Drumlins sind tropfenförmige, längliche Hügel. Diese stromlinienförmigen Drumlins wurden während der Eiszeit durch den Gletscher geformt. Dieser Gletscher hat sich aktiv bewegt. Die Längsachse eines Drumlin ist gleichzeitig die Eisbewegungsrichtung des Gletschers gewesen. Diese eleganten und stromlinienförmigen Drumlins sind für die Schönheit dieser Landschaft maßgeblich verantwortlich.
Ein Erbe der Eiszeit.
Wie ist das Bodenseehinterland entstanden ?
Den Bodensee in seiner heutigen Form wie Du und ich ihn kennen gibt es erst seit ca. 10 000 Jahren.
Würden wir nocheinmal 10 000 Jahre in die Vergangenheit reisen,also vor 20 000 Jahren würden wir eine gigantische Eisdecke in arktischer Dimension vorfinden.
Keine blühenden Bäume,saftigen Wiesen und idyllisch gelegenen Weihern und Seen sondern nur Eis,Eis und nochmal Eis...
Den letzten sogenannten Schliff erhielt das Hinterland in der Würmeiszeit welche vor 115 000 Jahren begann und vor 15 000 Jahren endete.In ihrem kältesten Abschnitt welcher 7 000 Jahre andauerte wurden Januartemperaturen von -18 Grad im Mittel (!) erreicht.Da helfen wohl nur 3 dicke Jacken und 5 Schals übereinander und 2 Rundummützen mit Sehschlitz. Spaß beiseite...
In diesen 7 000 Jahren bildeten sich in den Alpen mächtige Eismassen und konnten bis nach Schaffhausen und Bad Schussenried vordringen.
Auf dem Bodensee lag ein Eispanzer von einer Dicke welche mehr als 1 km betrug.
Man geht davon aus das die Geschwindigkeit 1m pro Tag entsprach.
Vor 15 000 Jahren war das Bodenseehinterland wieder Eisfrei.
Das Abschmelzen des Eises ermöglichte dem Schmelzwasser neue Abflusswege welche tiefer gelegen sind.
Ein schönes Beispiel ist das Urstromtal welches sich von den Oberteuringer Altweiherwiesen über das Hepach-Leimbacher Ried bis nach Markdorf zieht.
Jetzt vom Eis befreit tauchen die vielen Drumlinhügel auf, welche in Schwärmen angeordnet in einer sehr positiven Art das Landschaftsbild verschönern.
Sehr schöne Exemplare findet man östlich von Tettnang, nordwestlich von Friedrichshafen und in Richtung Salemer Tal.
Der Friedrichshafener Teilort Raderach ist z.B. auf einem Drumlin erbaut.Diese Drumlins sind heute in der Gegenwart teilweise bewaldet oder es zieren saftige Wiesen mit Streuobstbäumen diese eleganten Hügel mit ihrer positiven und freundlichen Ausstrahlung.

|